Der Bär in der deutschen Sprache

In deutschen Wäldern gibt es Rehe, Wölfe, Wildschweine oder Füchse. Sogar Wölfe leben inzwischen wieder hier. Aber gibt es in Deutschland auch Bären? Ja, aber nur manchmal. Sie kommen aus den Nachbarländern Österreich, Polen oder der Slowakei zu Besuch, bleiben ein bisschen und verabschieden sich dann wieder nach Hause. Der letzte Bär wurde im 19. Jahrhundert in Deutschland geschossen, also leben seit etwa 180 Jahren keine Bären mehr hier.

Wirklich nicht? Doch! Sie leben zwar nicht im Wald, aber sie laufen jeden Tag durch die deutsche Sprache. Hier einige Beispiele:

baer

  • einen Bärenhunger haben: Diese Redewendung benutzt man, wenn man sehr großen Hunger hat.
    • Ich habe seit acht Stunden nichts mehr gegessen. Ich habe einen Bärenhunger.
  • Bärenkräfte haben / bärenstark sein: Wie leicht zu erkennen ist, bezeichnet man mit diesem Idiom eine Person, die sehr stark ist.
    • Mein Freund geht seit einem Jahr ins Fitnessstudio. Inzwischen hat er Bärenkräfte.
  • jemandem einen Bären aufbinden: Diese Redewendung bedeutet, dass man jemanden anlügt oder jemandem Quatsch erzählt.
    • Meine beste Freundin hat versucht, mir einen Bären aufzubinden. Sie hat erzählt, dass sie im Urlaub in den USA Johnny Depp kennengelernt hat. Aber natürlich war das Quatsch.
  • Da ist der Bär los / Da steppt der Bär!: Das sagt man, wenn man über einen Ort spricht, an dem Leute feiern und an dem gute Stimmung ist.
    • Gestern war ich auf einer Geburtstagsparty. Wir haben bis vier Uhr morgens getanzt. Da war echt der Bär los!

das Reh – deer, der Fuchs – fox, schießen (hat geschossen) – to shoot, die Redewendung – idiom, bezeichnen – to name, aufbinden – here: to tie onto, jemanden anlügen – to lie to someone, der Quatsch – nonsense, steppen – to tap, die Stimmung – mood