11 Redewendungen mit Lebensmitteln

Heute haben wir im Unterricht über das Thema „Gesunde Ernährung“ und „Lebensmittelverschwendung“ gesprochen. Die Kursteilnehmer haben gelernt, dass die Deutschen nur 11% ihres Gehalts für Lebensmittel ausgeben, aber dass in Deutschland mehr Bioprodukte gekauft werden als im Rest von Europa. Überrascht hat sie, dass die Deutschen in einem Jahr 80 Kilo Lebensmittel pro Nase wegwerfen. Zusammen haben meine Schüler dann überlegt, was man dagegen machen könnte und interessante Ideen gesammelt. Zum Beispiel sollte man ihrer Meinung nach öfter, aber weniger einkaufen oder auch Essen an arme Leute spenden.

Wie immer bei diesem Thema sprachen wir auch über die deutsche Esskultur im Vergleich zu der Esskultur in anderen Ländern. Da hatten die Kursteilnehmer fast alle dieselbe Meinung: „Das deutsche Essen ist nicht so lecker“, „Meine deutschen Freunde essen viel zu schnell“ oder „In Firmenkantinen wird beim Mittagessen nur über die Arbeit gesprochen“.

„Okay, okay“, sagte ich, „aber das Essen ist uns sehr wichtig. Das kann man an der Sprache sehen.“

„Alles Quatsch!“, riefen meine Schüler.

„Dann passt mal auf“, sagte ich.

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1) Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm. = Das Kind ist seinen Eltern sehr ähnlich.
  • Der Sohn meiner Nachbarn ist Arzt geworden, genau wie sein Vater.
  • Das überrascht mich nicht. Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm.
2) In den sauren Apfel beißen = etwas tun, was unangenehm, aber notwendig ist
  • Der neue Job ist total langweilig. Aber wenn ich kündige, habe ich weniger Geld und muss in eine kleinere Wohnung umziehen.
  • Tja, dann musst du wohl in den sauren Apfel beißen und weiter zur Arbeit gehen.
3) total Banane sein = etwas ist dumm/schlecht
  • Mein neuer Freund hat vergessen, dass heute mein Geburtstag ist.
  • Oh, nein. Das ist echt total Banane!
4) Tomaten auf den Augen haben = etwas nicht sehen/erkennen
  • Schau mal! Da vorne an der Kasse steht deine Schwester.
  • Wo?
  • Da! Die Frau im gelben T-Shirt. Hast du Tomaten auf den Augen?
5) jemandem reinen Wein einschenken = jemandem die Wahrheit sagen
  • Ich habe meinen Eltern noch nicht gesagt, dass ich vor einem Monat meinen Job verloren habe.
  • Daniel, das kannst du nicht machen! Du musst ihnen endlich reinen Wein einschenken.
6) runtergehen wie Öl = etwas gerne hören und sich dadurch gut fühlen
  • Ich habe heute mit deinem Musiklehrer gesprochen. Er hat gesagt, dass du sehr gut singen kannst.
  • Echt? Cool, das geht runter wie Öl.
7) mit jemandem ist nicht gut Kirschen essen = jemand ist schlecht gelaunt/unfreundlich
  • Ist der Chef da?
  • Ja, aber es ist besser, wenn Sie nicht mit ihm sprechen. Heute ist mit ihm nicht gut Kirschen essen.
8) dumm wie Brot sein = sehr dumm sein
  • Mein Nachbar hat keine Ahnung von Politik, aber er muss zu jedem Thema seine Meinung sagen. Der Typ ist dumm wie Brot!
9) jemandem Honig um den Mund schmieren = jemandem schmeicheln (jemandem nette Dinge sagen, weil man etwas erreichen will)
  • Frau Kunze, heute tragen Sie aber einen schönen Rock. Waren Sie beim Friseur? Ihre Haare sehen wunderbar aus.
  • Herr Wegner, hören Sie auf, mir Honig um den Mund zu schmieren. Was wollen Sie?
10) Das ist nicht mein Bier. = Das ist nicht mein Problem.
  • Dein Ex-Freund hat vor einem Monat seinen Job verloren.
  • Daniel, der Idiot? Das ist nicht mein Bier.
11) jemandem auf den Keks gehen = jemandem auf die Nerven gehen
  • Meine Nachbarin ist total neugierig und stellt mir immer tausend Fragen.
  • Echt? Geht dir das nicht auf den Keks?

die Ernährung – food/diet, die Verschwendung – waste, pro Nase – per person, spenden – to donate, der Quatsch – nonsense, der Stamm – trunk, ähnlich – similar, beißen – to bite, unangenehm – unpleasant, kündigen – to resign, rein – clean/pure, einschenken – to pour, die Wahrheit – truth, runtergehen – to go down, schmieren – to smear, der Keks – cookie